Wie entstehen Hautfälzchen an den Nägeln?
Die Hautfetzen, die manchmal an den Nägeln entstehen, werden auch als „Zwangsnägel“ bezeichnet. Anders als der Name vermuten lässt, sind Zwangsnägel eigentlich kein Teil deiner Nägel. Sie bestehen aus Hautzellen und entstehen, wenn sich die Haut von der Oberfläche löst, aber an der Basis noch festsitzt. Der Hauptverursacher dieser losen Hautfetzen ist trockene Haut, die dich anfälliger für kaltes Wetter oder Wasser macht und dazu führt, dass sich deine Haut ablöst. Der Grund, warum sie so wehtun? Das hat alles mit ihrer Lage zu tun. Nagelhäutchen befinden sich meist direkt neben dem Nagel, wo sich auch viele Nervenenden und Blutgefäße befinden. Die gefürchteten Hautfetzen können zudem Entzündungen verursachen. Die daraus resultierenden Schwellungen drücken dann auf die Nervenenden, was zu noch mehr Schmerzen (und Rötungen) führt.
Mach stattdessen lieber Folgendes: Nimm eine warme Dusche, um deine Haut aufzuweichen. Desinfiziere eine Nagelschere oder -zange und schneide den eingewachsenen Nagel so weit wie möglich ab. Trage anschließend ein Nagelpflegeprodukt auf die Stelle auf. Aber Achtung: Dieses darf nicht zu viel Alkohol enthalten, da das deine Haut nur noch mehr austrocknet. Außerdem kann der Alkohol unangenehm auf der Haut brennen.
Ist dein eingewachsener Nagel ziemlich schmerzhaft und gerötet? Dann ist er wahrscheinlich bereits entzündet. Das bedeutet nicht unbedingt, dass er auch infiziert ist, aber darauf solltest du achten. Lege eine Eiskompresse auf die zu behandelnde Stelle und creme deinen Finger mit einer entzündungshemmenden Salbe wie beispielsweise Sterilon-Salbe oder Betadine-Salbe ein, um zu verhindern, dass sich die Entzündung weiter ausbreitet.
Tritt Flüssigkeit oder Eiter aus dem entzündeten Bereich aus? Gehe zur Sicherheit zu deinem Hausarzt. Möglicherweise benötigst du orale Antibiotika.
Wie beugt man Hautfetzen neben den Nägeln vor?
Um lästige Hautfetzen neben den Nägeln so weit wie möglich zu vermeiden, kannst du zwei ganz einfache Maßnahmen ergreifen.
- Erstens: Achte auf eine gut durchfeuchtete Haut. So verhinderst du, dass deine Hände austrocknen – und wie du oben gelesen hast, bist du dadurch weniger anfällig für Hautfetzen. Trage besonders in den Wintermonaten regelmäßig Nagelhautpflege oder Handcreme auf, vor allem nach dem Duschen und Händewaschen. Was du außerdem tun kannst, ist, Handschuhe zu tragen, sowohl draußen in der Kälte als auch drinnen beim Abwasch. Heißes Wasser und Seife können deine zarten Hände nämlich ebenfalls austrocknen.
- Außerdem kannst du deine Hände und die Nägel bzw. Nagelhaut ein paar Mal pro Woche mit einem Handpeeling behandeln. Dadurch entfernst du bereits ein wenig abgestorbene Hautzellen und überschüssige Hautschüppchen. Außerdem wird die Haut schön weich, du beugst der Hornhautbildung vor und versorgst die Haut sehr gut mit Feuchtigkeit.
Alle Handpflegeprodukte findest du hier und die Nagelpflegeprodukte hier.
Häufig gestellte Fragen zu Hautfetzen an den Nägeln
- Wie entstehen diese lästigen Hautfetzen?
Die Haut um deine Nägel herum ist dünn und enthält nur wenige Talgdrüsen. Wenn diese Haut durch Kälte, häufiges Händewaschen oder Kontakt mit Reinigungsmitteln austrocknet, verliert sie ihre Elastizität und reißt ein. - Ist Nägelkauen eine Ursache?
Ja, durch Kauen oder Zupfen beschädigst du die Hautbarriere, wodurch Schwachstellen entstehen, die schneller einreißen. Auch Speichel trocknet die Haut zusätzlich aus. - Kann es an einem Vitaminmangel liegen?
Ein MangelanVitamin B8 (Biotin), Vitamin C oder Kalzium kann die Haut um die Nägel herum anfälliger für Risse machen, aber äußere Austrocknung ist meist die Hauptursache. - Darf ich die Hautfälzchen einfach abziehen?
Nein, das darfst du auf keinen Fall tun.Wenn du daran ziehst, reißt oft auch gesunde Haut mit ab, was zu schmerzhaften Wätzchen, Blutungen und einem erhöhten Entzündungsrisiko führt. - Wie entferne ich sie dann sicher?
Weiche deine Hände zunächst in lauwarmem Wasser ein, damit die Nagelhaut weich wird. Verwende anschließend eine desinfizierteNagelhautzange, um die Nagelhaut so nah wie möglich an der Nagelwurzel vorsichtig abzuschneiden. - Was ist das beste Mittel gegen trockene Nagelhaut?
Nagelhautöl(Cuticle Oil) wirkt tiefer als eine gewöhnliche Handcreme. Achte auf Öle mit Jojoba, Mandel oder Vitamin E, um die Haut geschmeidig zu halten. - Wann ist eine Nagelhaut entzündet?
Wenn die Haut um den Nagel herum rot, geschwollen und warm wird oder wenn Eiter sichtbar ist, hast du wahrscheinlich eine Nagelhautentzündung (Paronychie). - Was soll ich bei einer beginnenden Entzündung tun?
Ein Bad mitBiotexoder Sodawasser kann helfen, die Entzündung „herauszuziehen“. Bleibt es schmerzhaft oder wird es schlimmer? Dann wende dich an deinen Hausarzt. - Kann eine Nagelentzündung zu bleibenden Schäden führen?
Wenn eine Entzündung nicht behandelt wird, kann dies die Nagelmatrix schädigen, wodurch der darunter nachwachsende Nagel deformiert werden kann (zum Beispiel mit Rillen oder Dellen). - Wie kann ich verhindern, dass sie wiederkommen?
Creme deine Hände nach jedem Händewaschen mit einer Feuchtigkeitscreme ein und verwende mindestens einmal täglich Nagelhautöl. Trage im Winter draußen immer Handschuhe. - Hilft es, die Nagelhaut zurückzudrücken?
Ja, aber mach das nur, wenn sie weich ist (nach dem Duschen), und benutze dabei einen Nagelhautschieber. Das verhindert, dass die Nagelhaut an der Nagelplatte „festwächst“ und unter Spannung gerät, wodurch sie schneller reißt.
Strahlende Grüße, Sandra von Viva Donna

