Was ist der Unterschied zwischen Naturöl und Mineralöl?
Was ist der Unterschied zwischen natürlichem Öl und Mineralöl?
In Kosmetikprodukten werden häufig Öle verwendet, sowohl natürliche als auch synthetische. Aber worin besteht der Unterschied und warum sollte man vielleicht auf das eine Öl besser verzichten? Ich werde dir alles darüber erzählen.
Die Entstehung von synthetischem/Mineralöl?
Vor dem 20. Jahrhundert wusste man nicht, dass die Haut Öle durchlassen kann. Man ging davon aus, dass die Haut nichts durchlässt und unseren Körper vollständig von der Außenwelt abschirmt.
Natürliche Öle wurden zwar in Make-up und Kosmetika verwendet, aber nach einer Weile begannen sie seltsam zu riechen, da sie oxidierten. Um den unangenehmen Geruch zu überdecken, wurden allerlei Duftstoffe hinzugefügt, damit das Produkt für den Verbraucher attraktiv blieb.
Mineralöl – das klingt sehr natürlich, aber nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein! Mineralöl ist ein synthetisches Öl, das aus Erdöl hergestellt wird.
Die Einführung des synthetisch hergestellten Mineralöls aus der Erdölindustrie erwies sich als die Lösung für dieses Problem. Mineralöl wurde bereits zum Heizen und zur Beleuchtung von Häusern verwendet, als auch die Kosmetikindustrie darauf aufsprang. Eine logische Folge, denn welches Kosmetikunternehmen möchte nicht einen Rohstoff einkaufen, der günstig ist, gute Margen bietet, in Kosmetika stabil ist und gleichzeitig vielen Menschen kurzfristig bei ihren Hautproblemen hilft? Das ist ein echter Geldsegen für jedes Kosmetikunternehmen.
Ist Mineralöl überhaupt nachhaltig?
Damals fand man also in fast jedem Kosmetikprodukt Mineralöle. Aber das ist doch nicht nachhaltig, oder? Tja … Nachhaltigkeit war damals noch kein wirkliches Thema. Mineralöle wurden daher vom „unwissenden“ Verbraucher als Retter gefeiert.
Aber nicht nur früher, auch in der heutigen Kosmetik sind Mineralöle versteckt. Seit mehr als einem Jahrhundert gehören Mineralöle zu den beliebtesten Inhaltsstoffen für Cremes, Lotionen, Balsame und Lippenstifte.
Mehr über Mineralöle:
Vaseline, Paraffin, Paraffinöl und Vaselineöl sind allesamt Mineralöle. „Mineralöle“ klingt auf den ersten Blick vielleicht schön und gesund, aber es handelt sich dabei um raffinierte Erdölderivate. Es sind also nicht-biologische, nicht-lebende Stoffe, eine Art flüssiger Kunststoffe. Mineralöle sind biologisch kaum abbaubar und führen bei einem Austritt zu Bodenverunreinigungen. Sie reagieren nicht mit anderen chemischen Stoffen (sind chemisch inert). Mineralöle werden in der Industrie als Schmiermittel verwendet.
Was ist die Alternative zu Mineralöl?
Warum Mineralöle verwenden, wenn es doch genügend echte natürliche Alternativen gibt! Ich habe diesen Artikel geschrieben, um dir mehr Wissen über die Unterschiede zwischen synthetischen Mineralölen und natürlichen Pflanzenölen zu vermitteln, damit du deine eigenen bewussten Entscheidungen treffen kannst. Denn im Leben steht und fällt alles mit dem Bewusstsein. Nur manchmal fehlt dir einfach das nötige Wissen, um deine Entscheidungen darauf zu stützen, nicht wahr? Im Folgenden erkläre ich dir alles!
Mineralöle werden auf Verpackungen oft mit den folgenden INCI-Bezeichnungen angegeben:Paraffinum liquidum, Petrolatum liquid, Liquid Paraffin, Petroleum Oil, White Mineral Oil, Paraffin Oil, Petrolatum.
Mineralöle sind ein Nebenprodukt der Erdölindustrie. Erdöl ist einer der fossilen Brennstoffe, der aus Überresten tierischen und pflanzlichen Lebens in der geologischen Vergangenheit der Erde entstanden ist. Aus Rohöl wird eine enorme Vielfalt an Produkten hergestellt. Man denke dabei an Erdgas, Benzin, Diesel, Schmieröl, Asphalt und Paraffin. Kerosin ist eine Form von Paraffin. Es kann jedoch, wenn es weiterverarbeitet wird, auch in Kosmetika verwendet werden.
Unten siehst du ein Foto, das zeigt, was alles aus Erdöl hergestellt wird:
Wenn man die Welt durch eine rosarote Brille betrachtet, könnte man argumentieren, dass die Verwertung eines Nebenprodukts in gewisser Weise „Zero-Waste“ ist? Auch wenn das letztendlich doch ein schlechtes Gewissen bereitet… denn Mineralöle stammen aus nicht erneuerbaren Rohstoffen. Mit anderen Worten: Sie können mit unserem hohen Verbrauch nicht Schritt halten, da es sehr lange dauert, bis sich diese Rohstoffe erneuern. Außerdem sind diese Öle nicht biologisch abbaubar und können unser Ökosystem stören, sobald sie wieder in die Natur gelangen.
Kurz gesagt: Wenn du auf „Clean Beauty“ setzen willst, verzichte darauf und setze stattdessen wirklich auf natürliche Öle!
Warum werden Mineralöle verwendet?
Ich habe es bereits erwähnt: Mineralöle werden in Kosmetika häufig aufgrund ihres niedrigen Preises und ihrer hohen Stabilität verwendet. Da sie extrem stark verarbeitet sind, riechen sie nicht unangenehm, machen die Hautoberfläche geschmeidig, schützen sie und liefern stets das gleiche Ergebnis. Eine Größe passt für alle!
Bekannte Babymarken sind zum Beispiel große Fans von Mineralölen. Das ist nicht verwunderlich, denn Mineralöl bleibt auf der Haut liegen und bildet eine hervorragende Schutzschicht. Die versiegelnde Wirkung des Mineralöls legt einen Film auf die Haut und verhindert so, dass Bakterien aus der Windel in die Haut eindringen und Reizungen verursachen. Dies ist daher eine schnelle und kostengünstige Lösung zum Schutz des Babypos.
Auch bekannte Lippenbalsame enthalten Mineralöle. Es gibt sie im Tiegel und als Stift, aber eigentlich erfüllen sie nur eine einzige Funktion: die Haut abzudichten. Ideal bei rissigen Lippen und rauen Stellen. Das Schlimme daran ist nur, dass dies auch ihre einzige Funktion ist. Sie schützen und beruhigen zwar kurzfristig, haben aber keine langfristigen Vorteile für die Haut. Nicht umsonst muss man sie immer wieder auftragen. Es ist eine Schnelllösung.
Auch wenn Mineralöle vielleicht nicht gefährlich sind und wegen ihrer versiegelnden Eigenschaften beliebt sind, gibt es auch natürliche Alternativen, die das gleiche Ergebnis erzielen! Sie sind nicht wirklich notwendig. Denke zum Beispiel an Candelilla-, Bienen- oder Carnaubawachs. In Kombination mit einer herrlichen Butter und Öl schützen sie die Haut, indem sie eine versiegelnde (okklusive) Schicht bilden, und liefern darüber hinaus wichtige Wirkstoffe, die die Haut pflegen.
Vorteile von Mineralölen: ✅ Günstig ✅ Schnelle Lösung ✅ Macht die Haut geschmeidig und schützt sie ✅ Stabil in Produkten, oxidieren nicht
Nachteile von Mineralölen: ❌ Nicht nachhaltig ❌ Einheitslösung ❌ Man muss ständig nachcremen ❌ Enthalten keine Wirkstoffe ❌ Verschließen die Haut ❌ Können zu einer Überfeuchtung führen
Verstopfen Mineralöle die Haut?
Oft wird behauptet, dass Mineralöle die Haut verstopfen. Das stimmt nicht. Mineralöle werden vor ihrer Zulassung für die Anwendung auf der Gesichtshaut in aufwendigen chemischen Verfahren stark verarbeitet und verstopfen die Poren daher technisch gesehen nicht. Allerdings bleiben sie auf der Haut zurück. Das hat zur Folge, dass man, wenn man mit Mineralöl auf der Haut stark schwitzt, Pickel bekommen kann, weil der Schweiß nicht abfließen kann. Wieder etwas gelernt!
Was sind die negativen Auswirkungen von Mineralölen?
Mineralöle verschließen deine Haut und machen sie somit „atmungsunfähig“. Sie verstopfen deine Poren und bringen deine natürliche Talgproduktion aus dem Gleichgewicht. Deine Haut kann nicht mehr atmen und Stoffe austauschen.
Außerdem sind Mineralöle (wie Paraffinöl) fettartige Substanzen, in denen sich deine natürlichen Hautfette auflösen können. Unter einer Schicht Paraffinöl bildet deine Haut keine neuen Hautfette mehr, da das Paraffinöl als künstliche Barriere wirkt. Wenn du aufhörst, Cremes zu verwenden, die Mineralöle enthalten, fühlt sich deine Haut trocken und unangenehm an. Meistens greifst du dann schnell wieder zu deiner Creme, wodurch deine Haut eine sogenannte „Paraffin-Abhängigkeit“ entwickelt. Wenn du auf natürliche Hautpflegeumsteigst, muss sich deine Haut erst einmal davon „entwöhnen“. Es kann manchmal Monate dauern, bis deine Haut ihr eigenes Gleichgewicht und ihren natürlichen Fettmantel wiederhergestellt hat.
Kann Mineralöl süchtig machen?
Ja, Mineralöle in Kosmetikprodukten können für deine Haut durchaus süchtig machen. Wie ich oben bereits erwähnt habe, sind Mineralöle (wie Paraffinöl) fettartige Substanzen. Darin können sich natürliche Hautfette auflösen. Unter einer Schicht Paraffinöl bildet deine Haut keine neuen Hautfette mehr, da das Paraffinöl als künstliche Barriere wirkt. Wenn du aufhörst, Cremes aufzutragen, die Mineralöle enthalten, fühlt sich deine Haut trocken und unangenehm an. Meistens greift man dann schnell wieder zur Creme, wodurch die Haut eine sogenannte „Paraffin-Abhängigkeit“ entwickelt. Denk nur an deinen Labello-Lippenbalsam, von dem du einfach nicht loskommst, oder daran, dass du nur Nivea-Produkte verträgst. Ja, das mag dich vielleicht erschrecken, aber in Nivea und Labello sind sehr viele Mineralöle enthalten. (Möchtest dumehr darüber lesen, warum ich von Nivea nicht so begeistert bin? Klicke hier)
Was kannst du gegen eine Haut tun, die von Mineralölen abhängig ist?
Wenn du einmal unter einer Abhängigkeit von Produkten mit Mineralölen leidest, musst du Geduld haben, aber du kannst sie wirklich loswerden. Deine Haut wird sich dadurch auch wirklich erholen! Als ersten Schritt musst du alle deine Produkte mit Mineralölen in den Müll werfen und Produkte kaufen, die diesen lästigen Stoff nicht enthalten. Am Ende dieses Blogs findest du alle Marken, die frei von Mineralölen sind.
Es kann bis zu 4 bis 6 Wochen dauern, bis du von einer Mineralöl-Abhängigkeit loskommst. Bei Menschen, die jahrelang Mineralöl oder Vaseline verwendet haben, dauert es manchmal Monate, bis die Haut entgiftet und wieder ins Gleichgewicht gebracht ist. Dies kann mit kleinen Pickeln, Reizungen oder rauer und trockener Haut einhergehen, da die Haut die Talgproduktion erst wieder selbst in Gang bringen muss. Man hat zunächst den Eindruck, dass die Haut schlechter aussieht, und es ist manchmal schwer zu begreifen, dass dies notwendig ist, um eine schöne Haut zu erhalten. Die vernachlässigte Haut muss sich an eine gute Pflege gewöhnen und dazu angeregt werden, wieder selbst Talg zu produzieren. Wer durchhält, wird schließlich mit einer gesunden, reinen und ausgeglichenen Haut belohnt!
Brauchst du Hilfe dabei, dich von deiner Abhängigkeit von Mineralölenzu befreien? Oder hast du noch Fragen zu diesem Blog? Dann hinterlasse doch einen Kommentar unter diesem Beitrag. Ich helfe dir gerne weiter!
Strahlende Grüße, Sandra von Viva Donna
Über die Autorin
Mein Name ist Sandra van Leeuwen, Kosmetikerin und Beauty-Expertin seit 1998. Mit Viva Donna helfe ich dir, mit natürlichen Pflegeprodukten zu strahlen. Hoffentlich konnte ich dir mit diesem Blog weiterhelfen. Kontaktiere mich gerne für eine persönliche Hautpflegeberatung! Ich bin gerne für dich da. Möchtest du mehr über mich erfahren?Lies hier mehr über mich.