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Leider enthalten Kosmetika viel Mikroplastik. Ja, auch deine Kosmetika. Du wirst erstaunt sein, wie viel Mikroplastik darin steckt. Aber wie sieht es damit aus und wie erkennst du Mikroplastik in deinen Kosmetikprodukten? Im Folgenden erklären wir dir alles dazu.
Kunststoff in der Umwelt zerfällt früher oder später in immer kleinere Teilchen. Mikroplastik sind alle Kunststoffteilchen, die kleiner als einen halben Zentimeter sind, oft jedoch so klein, dass sie mit bloßem Auge nicht mehr erkennbar sind. Nanokunststoffe sind noch kleiner; sie sind selbst unter modernsten Mikroskopen kaum zu erkennen. Beide werden auch als sekundäre Mikroplastik bezeichnet. Hinzu kommt Mikroplastik, das durch Abnutzung entsteht, wie beispielsweise Fasern aus synthetischer Kleidung oder Abrieb von Autoreifen – das sogenannte primäre Mikroplastik. Dazu gehören auch Mikroplastikpartikel, die von Herstellern bewusst Pflegeprodukten oder Farben zugesetzt werden, da sie eine bestimmte Funktion erfüllen. Diese Mikroplastikpartikel gelangen über den Abfluss oder auf andere Weise leicht in die Umwelt.
Mikroplastik, das in Pflegeprodukten enthalten ist, wird bei der Anwendung mit dem Abwasser weggespült und gelangt schließlich in den Ozean. Das können bis zu 100.000 Partikel pro Peeling-Anwendung sein. Große Kosmetikunternehmen haben in den letzten Jahren zwar die Polyethylen-Partikel durch Alternativen ersetzt, die zum Peeling gedacht sind, verschweigen jedoch, dass ihre Produkte noch Dutzende anderer Mikroplastikpartikel enthalten können. Polyethylen ist in den unterschiedlichsten Kosmetika enthalten, darunter Eyeliner, Mascara, Lippenstifte, Puder und Hautpflegeprodukte. Die einzige Möglichkeit, Kunden die Garantie zu geben, dass Pflegeprodukte tatsächlich frei von jeglichem Mikroplastik sind, besteht darin, dass eine Marke dies selbst erklärt. Das „Look for the Zero“-Label, Teil der internationalen Kampagne „Beat the Microbead“, bietet diese Möglichkeit.
Diese Mikroplastikpartikel sind in der Grundmischung einiger Pflegeprodukte enthalten. „Zum Beispiel in Shampoo, Foundation, (Sonnenschutz-)Creme und Lippenstift“, erklärt Benjamin Hooi vom Niederländischen Kosmetikverband (NCV).
Mikroplastik wird Produkten zugesetzt, um sie besser streichfähig oder wirksamer zu machen:
Darüber hinaus gibt es Mikroplastik, das bewusst für die Peeling-Wirkung zugesetzt wird. Diese Partikel, auch Mikroperlen genannt, sind vor allem in Peelings und Zahnpasta enthalten. In abwaschbaren Produkten wie Shampoo und Duschgel werden Sie diese jedoch kaum noch finden.
Glücklicherweise hat die europäische Kosmetikindustrie beschlossen, Mikroperlen freiwillig aus diesen Produkten zu entfernen. Dies geschieht schrittweise. Bis 2020 sollen sie vollständig verschwunden sein. Derzeit sind bereits 98 Prozent der Produkte frei von diesen Kunststoffen, die durch natürliche Inhaltsstoffe wie Fruchtsamen, Sand und gemahlenen Bambus ersetzt werden.
Beim Duschen, Haarewaschen und Geschirrspülen gelangen Mikroplastikpartikel ins Wasser. Untersuchungen zufolge macht dies 0,3 Prozent (35.000 Tonnen) der Gesamtmenge an Plastik aus, die in Meere und Ozeane gelangt (12,2 Millionen Tonnen). Glücklicherweise werden als Alternative zu Mikroperlen zunehmend Fruchtkerne, Sand, gemahlener Bambus und Chilischoten verwendet.
Mikroplastik lässt sich, genau wie Mikroperlen, durch natürliche Materialien ersetzen. Das ist jedoch nicht ganz so einfach. Bislang wurde noch kein geeigneter Ersatz gefunden. Manche Produkte müssten dann komplett neu entwickelt werden.
Wer kein Plastik in seinen Kosmetika haben möchte, muss genau hinschauen. In der Inhaltsstoffliste sind Kunststoffe unter „Polymere“ zu finden, aber nicht alle Polymere sind Kunststoffe.
Die Plastic Soup Foundation hat Listen zusammengestellt, in denen alle 550 polymeren Stoffe aufgeführt sind, die Kunststoff enthalten. Außerdem kannst du auf Gütesiegel wie Ecocert Organic & Natural, NaTrue, Cosmebio Bio & Eco, BDIH und das Europäische Umweltzeichen achten. Darüber hinaus sind 60 Marken mit dem Label „Zero Plastic Inside“ als kunststofffrei zertifiziert.
Möchtest du weitere Informationen zu diesem Thema oder hast du Fragen? Dann schick uns eine E-Mail an: [email protected]
Strahlende Grüße, Sandra
