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Wir cremen uns täglich ein, aber ist unsere Schönheitsroutine heutzutage wirklich so gesund? Die Zeitung „AD“ hat einen Artikel darüber veröffentlicht. Ich werde dir erzählen, was darin stand und warum du dich besser für natürliche Kosmetik oder „Clean Beauty“ entscheiden solltest.
Eine Gruppe von über hundert Frauen im Alter von 18 bis 30 Jahren aus dem südfranzösischen Grenoble nahm an einem wissenschaftlichen Experiment teil. Sie mussten alle ihre Pflegeprodukte abgeben: Make-up, Seife, Shampoo, Zahnpasta, Deodorant und Lippenbalsam.
Stattdessen erhielten sie von den Forschern „saubere“ Produkte zum Waschen und Schminken. Das heißt: ohne chemische Inhaltsstoffe, die den Hormonhaushalt stören können.
Bereits nach einer Woche waren positive Effekte sichtbar. Alle Frauen mussten eine Urinprobe abgeben. Diese ergab, dass die Frauen bereits nach einer Woche rund 20 bis 40 Prozent weniger potenziell gefährliche Stoffe in ihrem Körper hatten. Die Bisphenol-A-Konzentration war um 39 Prozent gesunken.
Die Studie aus dem französischen Grenoble wurde in der Fachzeitschrift„Environment International“ veröffentlicht. Die Wissenschaftler haben ihre Ergebnisse zudem mit Rechenmodellen ausgewertet. Daraus geht hervor, dass Kinder ein um 4 Prozent geringeres Asthmarisiko haben, wenn ihre Mutter während der Schwangerschaft keine Kosmetika mit hormonstörenden Chemikalien verwendet.
BPA steht fürBisphenol A, eine industrielle Chemikalie, die seit den 1950er Jahren verwendet wird, um Kunststoffe wie Polycarbonat fester und transparenter zu machen.
In Europa ist BPA beispielsweise bereits in Babyflaschen verboten. In Lebensmittelverpackungen wird der BPA-Gehalt in den kommenden Jahren schrittweise reduziert.
In Seife, Zahnpasta oder Make-up ist grundsätzlich kein Bisphenol A enthalten. Dass es dennoch in Kosmetikprodukten zu finden ist, kann auf eine „Kontamination“ während des Produktionsprozesses zurückzuführen sein oder darauf, dass es in der Verpackung enthalten ist. In Europa gibt es strenge Vorschriften für BPA in Lebensmittelverpackungen, doch für Verpackungen von Pflegeprodukten, Kosmetika und Hygieneartikeln gibt es keine derartigen Vorschriften.
Dabei gäbe es hier viel zu gewinnen. Die Untersuchung zeigt, dass man durch die Wahl guter Kosmetikprodukte weniger Substanzen ausgesetzt ist, die gefährlich sein können.
Besonders auffällig ist, wie schnell eine Verringerung festgestellt wurde, und das ist ermutigend, da diese Stoffe gesundheitsschädlich sein können.
Die Ergebnisse sind auch deshalb wichtig, weil immer mehr Kinder in immer jüngerem Alter anfangen, Make-up und Pflegeprodukte zu verwenden. In den sozialen Medien werden sie von Influencern und Kosmetikmarken mit Beauty-Tipps bombardiert. Es gibt sogar „Kinder-Beauty-Salons“, in denen Kinder ab 3 Jahren Gesichtsbehandlungen erhalten.
Der Umstieg auf „saubere“ Pflegeprodukte wäre auch wirtschaftlich sinnvoll, da weniger Menschen erkranken. So könnten jährlich 9,7 Millionen Euro an medizinischen Kosten eingespart werden.
Woher weißt du, ob deine Seife oder dein Shampoo Bisphenol A enthält? Solange auf den Etiketten kein obligatorisches Logo angegeben werden muss, lässt sich nur schwer erkennen, welche Stoffe in der Verpackung enthalten sind. Die Forscher plädieren daher für strengere Vorschriften.
Ende dieses Monats soll das Europäische Parlament über neue Vorschriften für Make-up und gefährliche Inhaltsstoffe entscheiden. Verbraucherorganisationen warnen bereits jetzt davor, dass die EU die Vorschriften „lockern“ und den Unternehmen mehr Zeit geben will, um gefährliche Kosmetika vom Markt zu nehmen.
Um sicherzugehen, dass du saubere Kosmetik oder „Clean Beauty“ verwendest, entscheide dich für Naturkosmetik. Diese Marken enthalten keine Kunststoffe oder chemischen Inhaltsstoffe, die möglicherweise schädliche oder hormonstörende Substanzen enthalten.

Tipp:Sehen Sie eine harte, glasklare Kunststoffverpackung ohne Code? Dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie aus Polycarbonat (und somit BPA) besteht, größer als bei einer weichen, undurchsichtigen Tube.
Diese Marken enthalten keine Kunststoffe, chemischen oder reizenden Inhaltsstoffe. Außerdem sind sie bereits sehr weit fortgeschritten bei der Suche nach Verpackungen, die nicht aus herkömmlichen Kunststoffen hergestellt sind.
Möchtest du den AD-Artikel selbst lesen? Hier findest du ihn
Strahlende Grüße, Sandra
