Wie sieht es eigentlich mit Schweißgeruch aus? Warum riecht der eine viel stärker als der andere? Was haben Hygiene und Bakterien damit zu tun? Und was kann Deo bewirken? Hierüber gibt es insgeheim viele Missverständnisse. Ich verrate dir, was wahr ist und was nicht.
Vielleicht wusstest du es schon: Dein Schweiß selbst riecht nicht. Es sind Bakterien in deinen Achselhöhlen, die den Geruch verursachen. Aber wusstest du auch, dass es sage und schreibe 100 Arten gibt, die das tun? Du hast natürlich nicht alle davon: Jeder hat eine einzigartige Sammlung. Das nennt man dein persönliches Mikrobiom. Das bedeutet nicht, dass dein persönlicher „Zoo“ oder Körpergeruch unveränderlich ist.
Fakt oder Mythos? Hautbakterien leben auch in deiner Haut
Fakt: Lange Zeit dachten wir, dass sich dein Mikrobiom nur auf der Haut befindet. Doch Untersuchungen haben gezeigt, dass viele Bakterienarten auch in der Haut leben. Zum Beispiel in den Haarfollikeln, in den Poren und Schweißdrüsen. Und in den tieferen Hautschichten. Das erklärt, warum Achselgeruch gerade direkt nach dem Waschen auftreten kann. Und hoffentlich kann ich damit auch das Missverständnis über unangenehmen Körpergeruch und schlechte Hygiene ausräumen …
Fakt oder Mythos? Unangenehmer Körpergeruch entsteht durch mangelnde Hygiene
Mythos: Jeder kennt wohl die Geschichte von dieser einen Person im Büro oder im Sportverein, die einen ziemlich stechenden Körpergeruch hat. Supernervig – für dich und für den anderen. Die Wahrscheinlichkeit ist auch groß, dass sich alle fragen, ob diese Person nicht öfter duschen sollte.
Das ist zwar irgendwie verständlich, aber leider ungerechtfertigt! Hygiene hat höchstwahrscheinlich wenig damit zu tun. Verantwortlich dafür sind Bakterien auf der Haut. Abgesehen davon, dass sie für Wasser und Seife unerreichbar sind, sind es genau diese Bakterienarten, die unangenehme Gerüche verursachen.
Natürlich ist deine Körperpflege sehr wichtig, aber sie sagt nichts darüber aus, ob du nun nach Schweiß riechst oder nicht.
Fakt oder Mythos? Der Geruch hängt von Geschlecht, Alter und Mikrobiom ab
Fakt: Die Mischung deiner Bakterien bildet dein „Körperparfüm“. Ob das ein angenehmer oder ein stechender Geruch ist, hängt zum Teil von den Bakterienarten ab. Vier Gruppen sind für ihr unangenehmes „Parfüm“ berüchtigt: Corynebakterien, Anearococcus, Peptonifilus und Staphylococcus hominis.
Übrigens leidet nicht jeder, der diese Arten beherbergt, unter einem stechenden Achselgeruch. Auch die Veranlagung (also deine DNA) spielt eine Rolle. Untersuchungen zeigen nämlich, dass diese Bakterien vor allem bei Menschen mit einer bestimmten DNA-Sequenz im Gen ABCC11 einen starken Geruch verursachen.
Abgesehen von der Bakterienzusammensetzung spielt es auch eine Rolle, ob man Mann oder Frau ist. Laut einer Studie mit Freiwilligen, die ausgiebig schnüffeln durften, riechen Frauen nach Zwiebeln und Männer nach Käse. Nur damit du es weißt …
Auch dein Alter hat Einfluss auf deinen Körpergeruch: Je älter du wirst, desto mehr Bakterienarten siedeln sich unter deinen Achseln an. Das führt zu dem typischen „Altersgeruch“. (Also ja: Den gibt es wirklich!)
Fakt oder Mythos? Hormone können für einen unangenehmen Schweißgeruch sorgen.
In den folgenden Phasen können deine Hormone zu übelriechendem Schweiß führen:
Pubertät
Menstruation
Schwangerschaft
Wechseljahre
bei Prostatabeschwerden
Stress
Fakt oder Mythos? Man riecht links genauso wie rechts
Mythos: Interessante Tatsache: Das Mikrobiom in deinen Achselhöhlen ist unterschiedlich. Dein Körper ist zwar (ungefähr) symmetrisch, aber du schwitzt nicht auf beiden Seiten genau gleich viel. Außerdem bist du entweder Links- oder Rechtshänder. Die unterschiedlichen Bewegungen der beiden Arme sorgen ebenfalls für Unterschiede im „Mikroklima“ unter deinen Achseln. Dies hat Einfluss auf die Arten und die Menge der Bakterien und damit auf den Geruch.
Fakt oder Fabel? Körpergeruch lässt sich transplantieren
Fakt: Es klingt vielleicht seltsam, aber man kann das Mikrobiom (und damit den Körpergeruch) transplantieren. Ein Forscher ersetzte das Mikrobiom von 18 Menschen, die unter einem unangenehmen Körpergeruch litten, durch das Mikrobiom von nahen Familienangehörigen. Und das funktionierte. Der Grund, Familienangehörige als Spender zu bitten, ist, dass die Veranlagung bestimmt, welche Bakterien gut wachsen können. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Spender-Mikrobiom ankommen würde, war so am größten.
Es ist übrigens unwahrscheinlich, dass dieses Experiment nun in großem Umfang in normalen Kliniken durchgeführt wird. Denn es gibt auch Nachteile. So werden dabei auch Viren und schädliche Bakterien übertragen, die man nicht haben möchte. Deshalb arbeiten Forscher an anderen Möglichkeiten, das Mikrobiom zu ersetzen oder zu verbessern. Darüber erzähle ich dir bald mehr.
Fakt oder Mythos? Alle Deos wirken ungefähr gleich
Mythos: Was ebenfalls Einfluss auf die Menge der Bakterien hat: dein Deo. Aber eigentlich muss ich sagen: Deos und Antitranspirantien. Denn was wir „Deo“ nennen, umfasst eigentlich zwei Arten von Produkten. Ein normales „Deo“ bekämpft Bakterien und überdeckt den Geruch mit einem Parfüm. Antitranspirantien verhindern das Schwitzen, indem sie einen Teil der Schweißdrüsen mit Aluminiumsalz verstopfen. Aber welches Produkt soll man sich nun aussuchen?
Mein Tipp ist das Loveli-Deo. Es enthält weder Aluminium noch schädliche Inhaltsstoffe. Jeder, unabhängig von Alter oder Geschlecht, kann dieses Deo verwenden!
Was man außerdem wissen sollte: Mehr ist nicht besser. Überdeckende Deos sorgen für weniger Bakterien auf der Haut. Das klingt gut, schafft aber auch Platz für neue Bakterien. Und das können auch Bakterienarten sein, die unangenehme Gerüche verursachen. Und Aluminiumsalze in Antitranspiranten verhindern zwar die Schweißbildung in den normalen Schweißdrüsen, stoppen aber nicht die tiefer liegenden Schweißdrüsen, die über die Haarfollikel Feuchtigkeit absondern. Das gibt den dort lebenden Bakterien – die häufiger einen unangenehmen Geruch verursachen – mehr Spielraum. Auch für Deos und Antitranspiranten gilt also: Weniger ist mehr.
Verzichte auch auf Deos mit viel Parfüm. Das Parfüm scheint den Geruch zu überdecken, aber bei mir wirkt es immer kontraproduktiv und ich rieche dadurch noch stärker!
Fakt oder Mythos?Schweiß besteht nur aus Wasser
Mythos: Schweiß besteht zum größten Teil aus Wasser, enthält aber darüber hinaus auch andere Stoffe wie Salz, Kristallstoffe und Abfallstoffe wie Zigarettenrauch und Schwermetalle.
Fakt oder Mythos? Am ganzen Körper befinden sich die gleichen Arten von Schweißdrüsen
Mythos: Es gibt zwei Arten von Schweißdrüsen, nämlich ekkrine Schweißdrüsen und apokrine Schweißdrüsen. Ekkrine Schweißdrüsen befinden sich am gesamten Körper, apokrine Schweißdrüsen hingegen nur in den Achselhöhlen, um die Brustwarzen herum und am After.
Fakt oder Mythos? Der bekannte Schweißgeruch kann überall am Körper auftreten
Mythos: Nur apokrine Schweißdrüsen sind an dem bekannten Schweißgeruch beteiligt. Wenn der von den apokrinen Schweißdrüsen produzierte Schweiß an die Hautoberfläche gelangt, wird er in Verbindung mit Bakterien umgewandelt, wodurch der Schweißgeruch entsteht.
Fakt oder Mythos? Erst in der Pubertät entwickeln sich diese apokrinen Schweißdrüsen
Fakt: Unter dem Einfluss von Sexualhormonen entwickeln sich apokrine Schweißdrüsen in der Pubertät.
Fakt oder Mythos? Kann sich der Schweißgeruch unter dem Einfluss von Hormonen verändern?
Fakt: Ja, auf jeden Fall. Der Schweißgeruch kann sich unter dem Einfluss von Hormonen stark verändern.
Fakt oder Mythos? Die wichtigste Funktion des Schwitzens ist die Regulierung der Körpertemperatur
Fakt: Wenn es wärmer wird oder wenn beispielsweise Fieber vorliegt, muss der Körper abkühlen. Der Körper produziert über die Schweißdrüsen Schweiß, der an die Hautoberfläche gelangt und diese kühlt.
Fakt oder Mythos? Eine wichtige Funktion der apokrinen Schweißdrüsen ist die Regulierung der Körpertemperatur.
Mythos: Apokrine Schweißdrüsen produzieren den ganzen Tag über geringe Mengen an Schweiß, und dies wird nicht durch Temperaturschwankungen beeinflusst. Die ekkrinen Schweißdrüsen spielen hingegen eine wichtige Rolle bei der Temperaturregulierung des Körpers. Darüber hinaus sind die ekkrinen Schweißdrüsen beispielsweise bei Nervosität oder beim Befeuchten der Handflächen für mehr Griffigkeit aktiv.
Fakt oder Mythos? Wenn man viel schwitzt, braucht man zusätzliches Salz.
Fakt und Mythos: Würde man seinen Schweiß probieren, würde man feststellen, dass er salzig schmeckt. Menschen mit niedrigem Blutdruck tun daher gut daran, etwas mehr Mineralstoffe zu sich zu nehmen. Zum Beispiel durch das Trinken von Quellwasser, Tomatensaft, Brühe oder eine Prise Salz über das Essen. Allerdings hat nicht jeder nach einem Tag, an dem man geschwitzt hat, einen Mineralstoffmangel.
Fakt oder Mythos? Schweiß stinkt
Mythos: Schweiß selbst ist geruchlos. Es sind Bakterien in deinen Achselhöhlen, die Geruch erzeugen, indem sie Schweißstoffe abbauen: Was du riechst, sind die Abbauprodukte. Es gibt sage und schreibe 100 Arten von Achselbakterien… Die gute Nachricht: Du hast nicht alle davon. Jeder Mensch hat eine einzigartige Zusammensetzung: Das ist dein Mikrobiom. Da jedes Bakterium eine andere Mischung an Abbauprodukten erzeugt, schafft dein Mikrobiom dein einzigartiges „Körperparfüm“.
Fakt oder Mythos? Bestimmte Lebensmittel verursachen einen starken Körpergeruch
Fakt: Das stimmt größtenteils! Was du isst, beeinflusst deine Haut und damit die Bakterienarten, die sich dort gut ansiedeln können. Viel Fleisch und Fast Food auf deinem Speiseplan sind ideal für Corynebakterien. Und diese verursachen in der Regel einen starken Geruch.
Wer hingegen viel Gemüse isst, hat unter den Achseln mehr Staphylokokken und weniger Corynebakterien und riecht daher milder. Ich muss allerdings hinzufügen:Essen ist nicht alles. Deine Ernährung ist nur einer von vielen Faktoren, die dein Mikrobiom und damit deinen Achselgeruch bestimmen. Auch dein Geschlecht spielt beispielsweise eine Rolle. So sollen Männer eher nach Käse und Frauen eher nach Zwiebeln riechen. Nur damit du es weißt …
Fakt oder Mythos? Ältere Menschen haben einen typischen Geruch
Fakt: Dein Alter hat Einfluss auf deinen Körpergeruch. Je älter du wirst, desto mehr verschiedene Bakterienarten siedeln sich unter deinen Achseln an. Diese erzeugen eine bestimmte Mischung aus Abbauprodukten. Und das sorgt für den typischen „Geruch älterer Menschen“, den viele Menschen beispielsweise in einer Pflegeeinrichtung wahrnehmen.
Hast du aufgrund dieser Fakten und Mythen auch einen tollen Vorschlag? Dann teile ihn uns doch in den Kommentaren mit!
Strahlende Grüße, Sandra von Viva Donna
Über die Autorin
Mein Name ist Sandra van Leeuwen, Kosmetikerin und Beauty-Expertin seit 1998. Mit Viva Donna helfe ich dir, mit natürlichen Pflegeprodukten zu strahlen. Hoffentlich konnte ich dir mit diesem Blog weiterhelfen. Kontaktiere mich gerne für eine persönliche Hautpflegeberatung! Ich bin gerne für dich da. Möchtest du mehr über mich erfahren?Lies hier mehr über mich.